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PROGRAMMDETAIL

Dichter zu Gast – Blick ins innere Österreich
Salzburg 43 – Zeugnisse der Infamie

In deutscher Sprache

In Zusammenarbeit mit Das Kino

AUFFÜHRUNG

  • 09. August 2010, 18:00 Uhr

SPIELSTÄTTE

DAS KINO

Programm drucken (PDF)


Nina Gladitz: Zeit des Schweigens und der Dunkelheit (D 1982)

Im Anschluss an die Filmvorführung Gespräch mit Nina Gladitz, Rosa Gitta Martl, Gert Kerschbaumer und Claudio Magris

BESETZUNG

Nina Gladitz, Rosa Gitta Martl, Gert Kerschbaumer, Claudio Magris

ZUR PRODUKTION

In einem Interview, das 2002 im Magazin der Frankfurter Rundschau erschien, behauptete die deutsche Filmemacherin und Fotografin Leni Riefenstahl, sie habe „alle Zigeuner, die in Tiefland mitgewirkt haben, nach Kriegsende wieder gesehen. Keinem einzigen ist etwas passiert“. Tatsache ist, dass von den 51 Sinti, die von Leni Riefenstahl zu den Dreharbeiten Anfang der 40er Jahre aus dem Salzburger Zwangslager verpflichtet wurden, nur die wenigsten die anschließende Deportation in die Konzentrationslager überlebten. Nina Gladitz machte Anfang der 80er Jahre mit ihrem Film Zeit des Schweigens und der Dunkelheit das Schicksal der von Leni Riefenstahl eingesetzten Kleindarsteller einer breiten Öffentlichkeit publik. Der Salzburger Historiker und Germanist Gert Kerschbaumer hat die Namen und Schicksalsverläufe der am Rande der Mozart- und Festspielstadt zwangsinternierten Sinti, von 245 Kindern, Frauen und Männern ermittelt. Zu ihren Nachkommen zählt auch Rosa Gitta Martl, Schriftstellerin und Aktivistin, deren Mutter als Lagerinsassin in Leni Riefenstahls Film mitwirkte.


Drei Filme bilden den Ausgangspunkt für eine Annäherung an Wendepunkte der österreichischen Geschichte, die zugleich zu Schnittstellen in der Biografie von Menschen wurden, weil deren Leben durch die historischen Ereignisse in andere Bahnen gelenkt wurde – Bahnen, die bis in die Gegenwart führen. Claudio Magris, der sich von seiner frühen Erzählung Mutmaßungen über einen Säbel bis zu seinem jüngsten Roman Blindlings als obsessiver Fährtenleser solcher Umschläge der großen Geschichte in die reale Lebensgeschichte einzelner Menschen erwies, begegnet an drei Abenden österreichischen Künstlern und Wissenschaftlern, die mit ihm gemeinsam auf Spurensuche gehen: Wien, Linz und Salzburg sind jene Regionen, die ins Innere eines Landes führen, das mehr ist als die Summe seiner Widersprüche. Eine Begegnung mit Zeugnissen einer Geschichte, die nicht vergeht.



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