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PROGRAMMDETAIL

Dichter zu Gast – Claudio Magris
Donau – Biographie eines Flusses

Eine Begegnung zwischen Claudio Magris und Hubert von Goisern
Eine Begegnung zwischen Claudio Magris und Hubert von Goisern

In deutscher Sprache

In Zusammenarbeit mit der Agentur Graf & Frey und dem Salzburg Global Seminar

AUFFÜHRUNG

  • 11. August 2010, 19:30 Uhr

SPIELSTÄTTE

Stiftung Mozarteum

Programm drucken (PDF)

BESETZUNG

Claudio Magris, Hubert von Goisern

ZUR PRODUKTION

Es ist die literarische und musikalische Reise zu neuen Ufern, die Claudio Magris und Hubert von Goisern in ihren Erfahrungen verbindet. Denn die Donau hat viele Namen, bevor sie nach 2850 Kilometern ins Schwarze Meer mündet: Donau, Dunaj, Duna, Dunar, Dunai. Wer diesem Strom literarisch gerecht werden will, muss ein neues Genre erfinden, um die Geschichte und die Geschichten, die Reiche und Länder, die Menschen und Sprachen zu versammeln. Claudio Magris ist dies gelungen, und sein Donau-Buch ist in 30 Ländern zu einem Standardwerk geworden.
Einen ebenso kühnen Meilenstein hat auch der österreichische Liedermacher und Weltmusiker Hubert von Goisern gesetzt: Mit einem Schubverband, dessen Herzstück ein zur Bühne umgebautes Lastschiff war, fuhr er samt Band und Crew stromabwärts bis zur Mündung der Donau und verschmolz seine eigene Musik in der Begegnung mit lokalen Künstlern mit deren Musiken in zahllosen Konzerten an Bord – bei freiem Eintritt für ein begeistertes Publikum an Land. Beide Flusserkundungen wurden zu einer Odyssee durch die Geschichte einer Region, in der sich die Chronik Europas spiegelt und die Grenzen im wahrsten Sinne des Wortes verschwimmen.

Claudio Magris, geboren 1939 im italienischen Triest, zählt zu den bedeutendsten Germanisten und Kulturpublizisten Italiens und den wichtigsten Literaten und Essayisten Europas. Als Professor für Deutsche Sprache und Literatur an der Universität Triest betreute er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2006 die Übersetzung vieler deutschsprachiger Autoren ins Italienische, darunter Joseph Roth, Arthur Schnitzler und Georg Büchner. Magris nimmt zudem als Essayist und Kolumnist des Corriere della Sera zu innen- und außenpolitischen Themen immer wieder Stellung. Von 1994 bis 1996 saß er als unabhängiges Mitglied eines Linksbündnisses für die Region Triest im römischen Senat und gründete gemeinsam mit Umberto Eco und anderen Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur im Jahr 2002 die Vereinigung „Libertà e Giustizia“ (Freiheit und Gerechtigkeit), um eine kritische Position zur Politik der Regierung unter Silvio Berlusconi zu beziehen.
Große Aufmerksamkeit erlangte Claudio Magris durch seine literarische Tätigkeit. Im Mittelpunkt seiner Bücher stehen die kulturelle und politische Vielfalt der europäischen Gesellschaft, die literarischen Hauptstädte Mitteleuropas und deren Bewohner. Erste internationale Bekanntheit erhielt seine 1963 publizierte Dissertation Der habsburgische Mythos in der modernen österreichischen Literatur. Mit der Veröffentlichung seines Buches Donau. Biographie eines Flusses (dt. 1988) wurde Magris einem größeren Lesepublikum bekannt. Aufsehen erregte auch sein 2005 veröffentlichter Roman Blindlings (dt. 2007), an dem Magris 18 Jahre arbeitete.
Für sein literarisches Werk und sein kulturelles Engagement erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung (2001), den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur (2005) und zuletzt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2009.



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