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PROGRAMMDETAIL

Dichter zu Gast – Claudio Magris
Claudio Magris • Verstehen Sie mich bitte recht

Lesung mit Senta Berger

In deutscher Sprache

In Zusammenarbeit mit der Agentur Graf & Frey und dem Salzburg Global Seminar

AUFFÜHRUNG

  • 01. August 2010, 19:30 Uhr

Programm drucken (PDF)

BESETZUNG

Senta Berger

ZUR PRODUKTION

Claudio Magris erfindet in seiner Erzählung Verstehen Sie mich bitte recht den uralten Mythos von Orpheus und Eurydike neu – die Geschichte einer absoluten Liebe: Eine Frau will im Altersheim bleiben, obwohl ihr Mann sie zurückholen möchte. Zwar liebt sie ihren Mann über alles, doch sind ihr die Gründe suspekt, aus denen er sie wiederhaben will. Schließlich ist er ein Dichter, und sie vermutet, er möchte hauptsächlich erfahren, was sich hinter dem Portal des Heims verbirgt, wer der mysteriöse Präsident ist, wer die nicht weniger mysteriösen Insassen sind. Eben weil sie ihren Mann liebt, will sie ihm die Wahrheit ersparen. Dass er sich umgedreht habe, um dem Präsidenten zu danken, sei im Übrigen nur ein dummes Gerücht … Eine Erzählung zwischen Leichtigkeit und Tragik, zwischen Alltagsschilderungen aus einem gewöhnlichen Eheleben und großem Drama.

Claudio Magris, geboren 1939 im italienischen Triest, zählt zu den bedeutendsten Germanisten und Kulturpublizisten Italiens und den wichtigsten Literaten und Essayisten Europas. Als Professor für Deutsche Sprache und Literatur an der Universität Triest betreute er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2006 die Übersetzung vieler deutschsprachiger Autoren ins Italienische, darunter Joseph Roth, Arthur Schnitzler und Georg Büchner. Magris nimmt zudem als Essayist und Kolumnist des Corriere della Sera zu innen- und außenpolitischen Themen immer wieder Stellung. Von 1994 bis 1996 saß er als unabhängiges Mitglied eines Linksbündnisses für die Region Triest im römischen Senat und gründete gemeinsam mit Umberto Eco und anderen Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur im Jahr 2002 die Vereinigung „Libertà e Giustizia“ (Freiheit und Gerechtigkeit), um eine kritische Position zur Politik der Regierung unter Silvio Berlusconi zu beziehen.
Große Aufmerksamkeit erlangte Claudio Magris durch seine literarische Tätigkeit. Im Mittelpunkt seiner Bücher stehen die kulturelle und politische Vielfalt der europäischen Gesellschaft, die literarischen Hauptstädte Mitteleuropas und deren Bewohner. Erste internationale Bekanntheit erhielt seine 1963 publizierte Dissertation Der habsburgische Mythos in der modernen österreichischen Literatur. Mit der Veröffentlichung seines Buches Donau. Biographie eines Flusses (dt. 1988) wurde Magris einem größeren Lesepublikum bekannt. Aufsehen erregte auch sein 2005 veröffentlichter Roman Blindlings (dt. 2007), an dem Magris 18 Jahre arbeitete.
Für sein literarisches Werk und sein kulturelles Engagement erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung (2001), den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur (2005) und zuletzt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2009.



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