Friedrich Hebbel / Antonio Vivaldi • Judith
Musik / Theater
Neuinszenierung
Koproduktion mit dem Schauspiel Stuttgart und der Staatsoper Stuttgart
In deutscher und lateinischer Sprache
mit deutschen und englischen Übertiteln
Dauer der Vorstellung: ca. 3 Stunden
PREMIERE
- 29. Juli 2009, 19:30 Uhr
- 31. Juli 2009, 19:30 Uhr
- 02. August 2009, 19:30 Uhr
- 04. August 2009, 19:30 Uhr
- 06. August 2009, 19:30 Uhr
- 07. August 2009, 19:30 Uhr
Programm drucken (PDF)
Sebastian Nübling, Regie
Lars Wittershagen, Komposition
Lutz Rademacher, Musikalische Leitung
Muriel Gerstner, Ausstattung
Gérard Cleven, Licht
Xavier Zuber, Dramaturgie
Kekke Schmidt, Dramaturgie
Tajana Raj
Stephanie Schönfeld
Anne Tismer
Jonas Fürstenau
Daniel Gloger
Sebastian Kowski
Sebastian Röhrle
Dino Scandariato
Matías Tosi
Capella Triumphans
Annelie Gahl, Leitung
Die Überlieferung ist bekannt – nur ein Volk
unterwirft sich dem ruhmreichen assyrischen
Feldherrn Holofernes nicht, das er deshalb mit
dem Untergang bedroht: Judiths Volk. Im Zentrum
dieser Überlieferung steht ein Bild: Eine Frau
macht sich schön, geht ins Lager des Mannes,
nimmt sein Schwert und schlägt ihm den Kopf ab.
Was folgt, ist Befreiung und Dank ihres Volkes. So
im apokryphen Buch Judit in der Bibel. – Oder es
erklingt ein Jubel-Chor. So in Vivaldis Oratorium
Juditha triumphans von 1716, dessen Festmusik
in vollem Orchestersatz dem Drama eine barocke
Archaik verleiht. Oder die Frau kehrt an Leib und
Seele gedemütigt und gescheitert zu den Ihren
zurück, deren Triumph sie – hundert Jahre später
bei Friedrich Hebbel – wie Hohn empfindet.
Das Bild der Judith mit dem abgeschlagenen Haupt
des Holofernes steht seit zweitausend Jahren für
die Begegnung zweier Menschen, in denen sich
zwei Systeme gegenüberstehen, die sich anziehen,
obwohl und weil sie sich vernichten müssen: Gemeinschaft
gegen Einzelne, Glaube gegen Nihilismus,
Gesetz gegen Anarchie, Askese gegen Maßlosigkeit.
Diese Begegnung zwischen Mann und
Frau führt an die Schwelle zwischen Triumph und
Niederlage, Bild und Spiel, Drama und Musik.