Luigi Nono • Al gran sole carico d'amore
Azione scenica in zwei Teilen
Neuinszenierung
Koproduktion mit der Staatsoper Unter den Linden, Berlin
Dauer der Vorstellung: ca. 2 Stunden
PREMIERE
- 02. August 2009, 20:30 Uhr
- 06. August 2009, 20:00 Uhr
- 09. August 2009, 20:00 Uhr
- 14. August 2009, 17:00 Uhr
Programm drucken (PDF)
Ingo Metzmacher, Musikalische Leitung
Katie Mitchell, Regie
Vicki Mortimer, Bühnenbild und Kostüme
Leo Warner, Director of Photography für Fifty Nine Productions
Bruno Poet, Licht
André Richard, Klangregie
James Wood, Chöre
Benjamin Davis, Regiemitarbeit
Klaus Zehelein, Dramaturgische Beratung
Tanja Andrijic, Sopran 1
Elin Rombo, Sopran 1
Sarah Tynan, Sopran 2
Anna Prohaska, Sopran 3
Virpi Räisänen, Sopran 4
Susan Bickley, Alt
Peter Hoare, Tenor
Christopher Purves, Bariton
Hee-Saup Yoon, Bass
Andrè Schuen, Bass
Helena Lymbery, Schauspielerin
Laura Sundermann, Schauspielerin
Birgit Walter, Schauspielerin
Julia Wieninger, Schauspielerin
Sebastian Pircher, Live-Kamera
Wiener Philharmoniker
Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
„Schönheit und Revolution sind kein Widerspruch“,
heißt ein schöner Satz von Ernesto Che
Guevara. Dieser Satz hängt wie ein Spruchband über
den Arbeiten von Luigi Nono, diesem italienischen
Komponisten, der seit so vielen Jahren für erregte
Auseinandersetzungen gut ist. Guevaras Satz steht
auch als Titel über dem Vorspiel zu Nonos Oper
Al gran sole carico d’amore – was soviel heißt wie:
„Unter der großen, von Liebe erfüllten Sonne“ und
sich auf ein Gedicht von Arthur Rimbaud bezieht.
Nono nennt seine Komposition für das Musiktheater
eine „azione scenica“ in zwei Teilen. Es gibt in diesem
Werk keine traditionelle Dramaturgie. Heute
würde man sagen: eine große Collage mit Texten von
Brecht, Gorki, Pavese, Rimbaud und vielen anderen.
Grundidee dieses Werkes ist die immerwährende
weibliche Gegenwart im Leben, im Kampf, in der
Liebe; das Gestern, das Heute, das Morgen, vernetzt
durch Vorwegnahme und Fragmentierung, von der
Kubanischen Revolution zur Sowjetischen von 1917,
von der Russischen von 1905 zur Pariser Commune,
zur Italienischen Resistenza übergehend.
Im Grunde ist diese Oper ein großes Requiem auf
verschollene Hoffnungen und das Scheitern von
Utopien – und mit Wozzeck von Alban Berg und den
Soldaten von Bernd Alois Zimmermann eines der
großen Werke des modernen Musiktheaters.
Jürgen Flimm