Charles Gounod • Roméo et Juliette
Oper in fünf Akten
Neuinszenierung
In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Dauer der Vorstellung: ca. 3 Stunden
PREMIERE
- 02. August 2008, 20:00 Uhr
- 06. August 2008, 20:00 Uhr
- 09. August 2008, 19:30 Uhr
- 12. August 2008, 19:30 Uhr
- 15. August 2008, 19:30 Uhr
- 18. August 2008, 15:00 Uhr
- 19. August 2008, 19:30 Uhr
- 22. August 2008, 15:00 Uhr
- 25. August 2008, 19:30 Uhr
Programm drucken (PDF)
Yannick Nézet-Séguin, Dirigent
Bartlett Sher, Regie
Michael Yeargan, Bühnenbild
Catherine Zuber, Kostüme
Jennifer Tipton, Licht
Chase Brock, Choreographie
B. H. Barry, Kampfszenen
Jörn Hinnerk Andresen, Chöre
Nino Machaidze, Juliette
Ailyn Pérez (18.08, 22.08), Juliette
Rolando Villazón, Roméo
John Osborn (19.08), Roméo
Mikhail Petrenko, Frère Laurent
Russell Braun, Mercutio, Freund von Roméo
Cora Burggraaf, Stéphano, Page von Roméo
Falk Struckmann, Le Comte Capulet
In Sung Sim (06.08, 18.08, 19.08, 22.08), Le Comte Capulet
Juan Francisco Gatell, Tybalt, Capulets Neffe
Susanne Resmark, Gertrude
Christian van Horn, Le Duc de Verone
Mathias Hausmann, Le Comte Paris
Jean-Luc Ballestra, Grégorio
Robert Murray, Benvolio, Montaigus Neffe
Mozarteumorchester Salzburg
Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Shakespeares außergewöhnliches Schauspiel Romeo und Julia war in der Renaissance ein radikaler Text. Shakespeare griff darin neue Ideen, die am Hofe unter den Neuplatonikern populär waren, auf und dramatisierte sie. Die Neuplatoniker waren der Ansicht, dass man durch individuelle Liebe einen Weg finden könne, die Welt zu erfassen. Shakespeare weitete diesen Ansatz zu einer gesellschaftlichen Tragödie aus, in der die Liebe die öffentliche Fehde zwischen zwei verfeindeten Familien heilt.
Gounod, der 250 Jahre später den Stoff bearbeitet, hat ein ganz anderes Interesse. Von Wagner beeinflusst (vor allem von dessen Tristan) geht es ihm darum, wie individuelle Liebe Zugang zu Gott gewährt, ein Gedanke, der Shakespeares Publikum blasphemisch erschienen wäre. Gounods Oper kreiert eine emotionale Traumlandschaft des Schauspiels – und sie in den tempelhaften Gemäuern der Felsenreitschule zu inszenieren, gibt einem die Möglichkeit, die Ekstaste des Sich-Verliebens durch Gounods Musik zu erleben. Gounod jedoch treibt die Sache noch weiter, indem er die radikalen Implikationen darstellt, wenn zwei junge Leute Bedeutung nicht nur in der Liebe sehen, sondern auch im Tod – als Weg zum Göttlichen.
Diese Erfahrung und die emotionalen Auswirkungen für die Gesellschaft, in der sie leben, beschreibt die traumhafte Bahn, auf der Gounods Oper sich bewegt, und auch die Bahn der heutigen Inszenierung.
Bartlett Sher