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JOHANNES BRAHMS • Ein deutsches Requiem op. 45
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Für sein Deutsches Requiem stellte Brahms selbst Texte aus der Luther-Übersetzung des Alten und Neuen Testaments zusammen, wobei er dabei keineswegs an eine Verbindung mit der kirchlichen Liturgie dachte. Die von ihm ausgewählten Schriftstellen verstand er nicht als Zeugnisse göttlicher Offenbarung, sondern als Dokumente von dichterisch-symbolischem Charakter, die er in einer völlig undogmatisch-überkonfessionellen Weise interpretierte. Gemäß seinem persönlichen Credo – „Der Glaube allein ist nichts, alles herschenken ist auch nichts, den Leib als Märtyrer verbrennen lassen ist auch nichts, nur die Liebe!“ – gestaltete Brahms sein Werk als Tröstungsmusik für die Lebenden, nicht – wie in der katholischen Totenmesse – als ein Gebet für die verschiedenen Seelen in der Heraufbeschwörung des christlichen Opfergedankens.
Vor dem Hintergrund der alles beherrschenden Vergänglichkeitsvorstellung, die besonders in den Chören „Denn alles Fleisch, es ist wie Gras“ und „Denn es wird die Posaune schallen“ mit greller Unerbittlichkeit und klanglicher Realistik zur Geltung kommt, sind „Seligkeit“ und „Erlösung“ die vielfältig variierten Grundgedanken dieses Requiems. „Es ist ein ganz gewaltiges Stück, ergreift den ganzen Menschen in einer Weise wie wenig anderes“, befand Clara Schumann.
Filmstill aus Offret (Opfer) von Andrei Tarkowski, Schweden 1986 (© Svenska Filminstitutet), der im Rahmen der Salzburger Pfingstfestspiele 2013 gezeigt wird, © Andrei Tarkowski
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